Frankreichs heilige Orte und spiriturelle Stätten
ALENÇON
Pays
d’Alençon: Auf den Spuren der Familie Martin.
A lençon bewahrt die Erinnerung an eine Familie, der ein
außergewöhnliches, faszinierendes
Schicksal beschieden war und die seit über 150 Jahren das
historische und spirituelle Erbe
der Menschheit erfüllt.
Im Alter von 26 Jahren begegnete Zélie Guérin auf
der Saint-Léonard-Brücke in Alençon
Louis Martin und vernahm die Erleuchtung: „Er ist es, den ich
für Dich gemacht habe“. Nur drei
Monate nach dieser Begegnung, am 13. Juli 1858, wurde das Paar in der
Notre-Dame-Kirche in Alençon
vermählt. War diese Ehe von Louis und Zélie ein
wahrhafter Weg der Menschenliebe und
geschwisterlichen Verbundenheit, so war sie doch auch ein authentischer
Weg des christlichen Lebens.
1871 ließ sich die Familie Martin in einem Haus in der Rue
Saint-Blaise nieder, wo Louis seiner Ehefrau
in ihrem Geschäft tatkräftig zur Seite stand, nachdem
er selbst ein Uhren- und Schmuckgeschäft in der
Rue du Pont-Neuf unterhalten hatte.
Sie erlebten eine klare Liebe ohne Schatten und hatten neun Kinder,
darunter die kleine Therese (die Heilige Theresia vom Kinde Jesu), die,
so sagte Papst Pius X., auch die
„größte Heilige der Neuzeit“
war. Therese wurde am 2. Januar 1873 geboren und verbrachte ihre ersten
Lebensjahre in Alençon, bevor die Familie nach dem Tode der
Mutter nach Lisieux umzog. 1888 trat sie
dort in den Karmel ein und verstarb bereits 9 Jahre später
nach heftigem Leiden an Tuberkulose. Auf
Anordnung ihrer Priorin schrieb Therese ihre Lebensgeschichte nieder,
die ein Jahr nach ihrem Tode
unter dem Titel „Geschichte einer Seele“
veröffentlicht wurde.
Die ganze Welt erfuhr nun von ihrem
außergewöhnlichen Leben, ihrem großen
Charakter und dem Mysterium ihres inneren Lebens mit Gott.
Therese sollte stets sagen, die Herrlichkeit des Kindes gehe auf seine
ursprüngliche Quelle zurück, wie
Jesus auf Maria und Josef. Und sie sagte auch: „Der liebe
Gott hat mir einen Vater und eine Mutter
geschenkt, die des Himmels würdiger waren als der
Erde.“ Die Eltern Martin gaben Zeugnis von
Gottgefälligkeit und -verbundenheit im Alltag wie auch in Ehe-
und Familienleben. Im Oktober wurde das
Ehepaar selig gesprochen; Kardinal Saraiva Martins war aus Rom
angereist, um die Feier zu leiten
Pays
d’Alençon: Wo Emotionen entstehen.
Lebendig, in neuem Glanze erstrahlend und weltoffen – so
präsentiert sich das Erbe des Pays
d’Alençon,
das nicht von der Last der Geschichte erdrückt wurde. Es hat
seine Ursprünglichkeit und seine
Aussagekraft bewahren können und bildet – mehr als
ein Dekor – einen Lebensrahmen, an dem Sie
voller Freude teilhaben werden. Das Schloss Carrouges, das Dorf
Saint-Céneri-le-Gerei und die alten
Gemeinden Sées, Essay und Mamers sind Zeugnis dieses
ausgeglichenen Glückes, nicht zwischen
Gestern, Heute und Morgen wählen zu müssen. Erleben
Sie Alençon! Die Stadt erwartet Sie mit ihrem
erhaltenen, restaurierten und bewohnten Erbe der Jahrhunderte. Von
Pflastersteinstraßen in der
Innenstadt und den anliegenden Mittelaltervierteln, über
Fachwerkhäuser, private Stadthäuser, den
meisterhaften Portalvorbau der Notre-Dame-Kirche bis hin zur
Herzogenburg oder zum Rathaus bietet
die Entdeckung des alten Alençons eine Zeitreise durch die
Jahrhunderte. Und dies sind nur die ersten
Bilder, die ersten Emotionen des sich stolz über die
Departements Orne und Sarthe erstreckenden Pays
d’Alençon. Es erwarten Sie noch viele weitere
Emotionen in diesem vielfältigen Landstrich, der stets
wunderbar Gelegenheit für Zwischenhalt und Ruhe bietet. Wir
heißen Sie herzlich willkommen!
Höhepunkte:
Martin-Wallfahrt
Alençon
erkunden
Nutzen Sie den Flyer oder besser noch den Audioguide (3 €) und
starten Sie Ihren Rundgang am Maison
d’Ozé (dem Sitz des Fremdenverkehrsamtes unweit
der Notre-Dame-Kirche). In der Hauptsaison können
Sie sich einer Themenführung unter Leitung eines sachkundigen
Fremdenführers anschließen (4,50 €).
Notre-Dame
d’Alençon
Die Notre-Dame-Kirche inmitten der Fußgängerzone der
Altstadt von Alençon überrascht den Besucher
mit ihren Proportionen gleichermaßen wie mit der Eleganz
ihres spätgotischen Schiffes und den zarten
Strukturen ihres Portalvorbaus. Zélie Guérin und
Louis Martin wurden hier am 13. Juli 1858 vermählt,
und Therese wurde zwei Tage nach ihrer Geburt, am 4. Januar 1873, in
einer Kapelle auf der Nordseite
getauft.
Sehenswert: Baptisterium und Taufkleid der Therese. Auf einer
zeitgenössischen Buntglasscheibe von
Barillet wird die Zeremonie nacherzählt. Richtet der Besucher
seinen Blick nach oben, entdeckt er ein
wunderbares Ensemble von Buntglasscheiben aus dem 16. Jh.
Nadelspitze aus
Alençon
Kunst-und Spizenmuseum
Cour Carrée de la Dentelle – 61 000
ALENÇON
Tel: +33 (0)2 33 32 40 07
Seit dem 17. Jh. ist Alençon für eine der feinsten
Künste berühmt, die Kunst der
Nadelspitzenherstellung,
die hier den Namen „Point
d’Alençon“ trägt. Frau Martin
war selbst Spitzenklöpplerin. Bei der
Nadelspitzenkonfektion, einer sehr detaillierten Technik, deren
einzigartiges Know-how heute von nur
noch einem Dutzend Spitzenklöpplerinnen weitergetragen wird,
erreichte sie so schnell ausgezeichnete
Meisterschaft, dass sie 1853 beschloss, in der Rue Saint-Blaise 36 ihr
eigenes Geschäft zu eröffnen.
Dort beschäftigte sie bis zu fünfzehn Arbeiterinnen
und wurde außerdem voll und ganz
von ihrem Ehemann unterstützt.
Im Museum sind außergewöhnliche
Alençon-Spitzenstücke zu sehen, und die
Sammlungen zeichnen ein ganz Europa umspannendes Bild der
Spitzenklöppelkunst.
Des Weiteren zeigt das Museum Gemälde aus
französischer, italienischer und nordischer
Schule vom 15. Jh. bis Anfang des 20. Jh.s. Gemälde von
Boudin, Champaigne,
Courbet... Immer im Sommer ist eine große Ausstellung zu
sehen. Inzwischen wurde
sogar die Aufnahme der Alençoner Nadelspitze in das
UNESCO-Welterbe beantragt.
Wohnhaus der Familie Martin
50, rue Saint Blaise – 61 000 ALENÇON
Tel: +33 (0)2 33 26 09 87
Fax: +33 (0)2 33 26 08 60
Lernen Sie das damalige Leben der Familie Martin anhand der
Besichtigung des Hauses,
der szenischen Darstellung der Räume sowie einer
Filmvorführung kennen. Dieser Ort
des Gedenkens bewahrt Erinnerungen an die Spiele Thereses und ihrer
Schwestern und
auch Möbel der Familie. Des Weiteren sehen Sie die angrenzende
Kapelle, die zwischen
1925 und 1928 errichtet wurde, und das Zimmer, in dem Therese das Licht
der Welt
erblickte und auch ihre Mutter starb.
Ferme de
Semallé
Bauernhof in Semallé (7 km von Alençon). Ortname
„Le Carrouge“.
Richtung ESSAY (D31). Das Gebäude ist nicht für
Besucher geöffnet, eine Besichtigung
ist daher nur von außen möglich.
Im Alter von nur zwei Monaten erkrankte Therese. Ihre Eltern vertrauten
sie einer
Amme, Rose Taillé, an, die auf einem Bauernhof in
Semallé lebte. Rose Taillé stillte die
kleine Therese von März 1873 bis April 1874.
Sées
– eine Stadt unter Denkmalschutz
Filmemacher Luc Besson drehte in dieser alten Stadt, die seit dem 5.
Jh. Bischofssitz ist,
die Schlüsselszenen seiner „Johanna von
Orleans“. Rund um die gotische Kirche, ein
Meisterwerk der normannischen Kunst, wartet Sées mit einem
erstaunlichen
Architekturerbe auf: Abteien und Konvente, Kirchen, Palais und
Adelshäuser. Für die
Besichtigung ist ein Audioguide erhältlich (3 €).
Kathedrale Notre-Dame in Sées
Die Kathedrale zählt zu den schönsten Bauwerken der
normannischen gotischen Schule.
Sehenswert sind ihre 70 m hohen Türme, das zentrale Portal und
die Seitenportale, der
wunderschöne römisch inspirierte Hauptaltar aus der
Zeit Ludwigs XVI. und die große
Orgel aus dem Jahr 1743, die 1883 von Cavaillé-Coll umgebaut
wurde.
Auskünfte beim Office de Tourisme du Pays de Sées:
Place du Général de Gaulle – 61 500
SÉES
Tel: +33 (0)2 33 28 74 79
Selbständige Besichtigung oder Führung für
Gruppen (min. 5 Personen): 2 € p. P.
Basilika der Unbefleckten Empfängnis
Place du Général de Gaulle – 61500
SÉES
Nachdem der Bau der Basilika im Wettbewerbsverfahren ausgeschrieben
worden war,
legte Dom Guéranger, Abt von Solesmes, am 26. März
1855 ihren Grundstein.
Eingeweiht wurde das Haus am 7. Mai 1872 vom Bischof von
Sées, Monseigneur
Rousselet, in Gegenwart einer unermesslichen Menschenmenge. Das Ehepaar
Martin
pilgerte anlässlich des Hochfestes der Unbefleckten
Empfängnis am 8. Dezember selbst
mehrmals nach Sées.
Departementmuseum
für Sakralkunst
Nur unweit der Kathedrale präsentiert das Departementmuseum
für Sakralkunst eine
Auswahl von Schätzen der sakralen Kunst, die den Reichtum und
die Vielfalt des
sakralen Erbes des Departements Orne vom Mittelalter bis heute
widerspiegeln:
Gemäldesammlungen, Skulpturen, Goldschmiedearbeiten,
Kunsttischlerarbeiten,
liturgischer Schmuck... Stücke, deren Geschichte es verdient,
erzählt zu werden.
Informationen
Fremdenverkehrsamt Pays
d’Alençon
Incoming – Unterkünfte – Führungen
Place de la Magdeleine – Maison d’Ozé
61 000 ALENÇON
Tel: +33 (0)2 33 80 66 33
Fax: +33 (0)2 33 80 66 32
E-mail: contact@paysdalencontourisme.com
Web: www.paysdalencontourisme.com
Das Fremdenverkehrsamt ist ganzjährig montags bis samstags von
9.30 bis 12.30 und von 13.30 bis 18.00 Uhr und in der Hauptsaison
(Juli bis September) montags bis samstags (durchgängig) von
9.30 bis
18.30 Uhr und sonntags von 10.00 bis 12.30 und von 14.00 bis 16.30
Uhr geöffnet.
Diözesanhaus
29, rue Conté
BP 25
61 500 Sées
Tel: +33 (0)2 33 81 15 15
Fax: +33 (0)2 33 81 15 14
E-mail: eveche-de-sees@diocesedeseez.org
Web: www.diocesedeseez.cef.fr
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